ABBA at the castle

Martin Scharff von der Heidelberger Schlossgastronomie hat sich mal wieder selbst übertroffen – und das gleich auf mehreren Ebenen. Nachdem er und sein Team letztes Jahr mit „Queen at the castle“ ein Wahnsinns-Event rausgehauen haben, legt er jetzt mit „ABBA at the castle“ eindrucksvoll nach.

Martin Scharff begrüßt seine Gäste in seiner „Manege“

Und ja, es ist recht mutig, sich an künstlerische Vorbilder wie letztes Jahr Freddy Mercury, und jetzt Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny  zu wagen, denn musikhistorisch betrachtet, könnte die Messlatte sowohl stimmlich als auch musikalisch kaum höher liegen. Umso erstaunlicher, dass die Macher es wieder geschafft haben, Künstler*innen für das abendfüllende Programm im Königsaal an Bord zu holen, die sich mit diesen Ikonen durchaus messen können.

Der Königssaal im Discofieber
Ikarimi Lachs mit Senfkaviar, Kohlrabi-Birnen-Salat, rote Zwiebeln und Dill-Creme

Während des fünf Stunden langen musikalischen und kulinarischen Abends toben die stimmgewaltigen Damen in mehreren Sets in immer neuen Kostümen über die mehr als beeindruckende Bühne. Und dass sie dabei die größten Hits der schwedischen Kult-Kombo zum Besten geben, versteht sich von selbst. Bei dieser Gelegenheit ist uns mal wieder aufgefallen, wie unfassbar viele, und bis heute bahnbrechend arrangierte Hits ABBA im Laufe ihrer Karriere in die Welt geschmettert haben.

Ein ton- und bildgewaltiger Abend, der mit einer zusätzlichen kleinen Bühne in der Mitte des Saals auftrumpft

Ob bei „Waterloo“, „Gimme, gimme, gimme“ oder „Dancing Queen“ – so ziemlich jeder Gast konnte wohl jeden Song aus voller Brust und Überzeugung textsicher mitsingen. Was ein Glück, dass die vier Gänge des schwedisch angehauchten Menüs zwischen den Showeinlagen kredenzt wurden, denn singen geht einfach besser, wenn man sich nicht gerade auf das konzentriert, was einem auf dem Teller dargeboten wird. Und das war schlicht großartig – ob im klassischen Menü, oder dieses Mal auch in der vegetarischen Variante!

Schwarzwurzelsuppe mit Feldsalat-Walnuss-Pesto und Holzofenbrot

Letzteres war im vergangenen Jahr ein wenig einfalls- und herzlos. Aber Scharff und Team haben sich bei diesem Anlauf offenbar Gedanken gemacht und ihr Bestes gegeben, auch pflanzliche Hauptdarsteller auf dem Teller in Szene zu setzen.

Große Bühne, imposante Lightshow und großartige Musiker! Was für eine Show!

Das winterlich-weihnachtliche vier-Gang Menü mit nordischen Elementen war in beiden Varianten überzeugend, einfallsreich und in Teilen überraschend – wie etwa bei der Schwarzwurzelsuppe, dem Kohlrabi-Birnensalat als Begleitung zu Lachs oder einer Frischkäse-Mousse.

Duett vom Kalb & Rind mit winterlichem Wurzelgemüse, Brezelknödel und Portwein-Pfeffer-Jus

Großartig  ist auch Showmaster, Moderator und Zauberer Jorgos Katsaros, der unbeschreiblich charmant, witzig und adrett durch den gesamten Abend führt. Seine gekonnte Mischung aus Show, Comedy und Magie verbindet alle Elemente des schillernden, bunten Abends. Menschen, die Zauberer nicht mögen, weil man die großartige Tricks und Illusionen einfach nie verstehen wird, haben Pech gehabt, denn Jorgos setzt mit seinen Zaubereinlagen schlicht die Gesetze der Physik, Chemie und Schwerkraft außer Kraft. Kurzum – der adrette Grieche ist die perfekte Wahl als Moderator und Zeremonienmeister für einen Abend wie diesen.

Beste Unterhaltung mit Showmaster Jorgos Katsaros. Hier mit einer mutigen Freiwilligen

Und natürlich kommt es, wie es kommen muss, spätestens nach dem Dessert hält es bei „Waterloo“ und „Thank you for the music“ kaum noch jemanden auf den Stühlen. Alles in allem spürt man, wie viel Herzblut, Geld, Aufwand und Liebe zum Detail in diesen Abend steckt, den man durchaus als „Rundum-sorglos-Paket“ bezeichnen könnte.

Ganz großartiges Entertainment. Nicht nur für Abba-Fans
Moltebeeren-Skyr-Mousse mit schwedischem Beerenragout, Apfel-Vanille-Crumble-Eis und Zimtcrumble

On top kommt eine großartige Leistung des Service-Teams, tolle Weine, Longdrinks, eine tolle Lightshow und jede Menge Spaß. Die Macher dieses Events haben wirklich nichts dem Zufall überlassen, alles sehr gut durchdacht und technisch sehr hohe Ansprüche – Sound, Arrangements, Lightshow – alles perfekt! Umso erstaunlicher ist es, dass die Kostüme der beiden Sängerinnen eben diesem Anspruch nicht wirklich gerecht werden und so gar nicht an Anni-Frids und Agnethas Outfits herankommen. Nur Glitzer reicht manchmal nicht…

Am Ende gab’s verdiente standing ovations für die Künstler

FAZIT: Eine schillernd bunte, fröhliche und erstklassige Music-Dinnershow mit den besten Songs von ABBA, jeder Menge Magie und großartigem Menü! Ein perfektes Weihnachtsgeschenk, wenn man lieber Erinnerungen, anstatt Materielles schenkt.

Schlosshof 1, 69117 Heidelberg, 06221-8727010

Menü:

Klassisch: Ikarimi Lachs – Schwarzwurzelsuppe – Duett vom Kalb & Rind – Moltebeeren-Skyr-Mousse

Vegetarisch: Honig-Frischkäse-Mousse – Schwarzwurzelsuppe – Mandel-Maronen-Krokette – Moltebeeren-Skyr-Mousse

https://www.heidelberger-schloss-gastronomie.de/abba-at-the-castle/

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