stories ISSUE 3 – TOYS R US

Das Stories geht in die dritte Runde, und dieses Mal nimmt die Pop-Up Kitchen seine Besucher mit auf eine verspielte Reise ins einstige TOYS R US. Die ersten zwei temporär begrenzten, kulinarischen Abenteuer im Betriebswerk und im Palais Prinz Carl boten schon großes Kino für alle Sinne, doch dieses Mal haben sich die Macher etwas ganz besonderes einfallen lassen. Aus der Not heraus, da die ursprünglich geplante Lokalität kurzfristig “ausfiel”, landeten die kreativen Köpfe vom Palais Prinz Carl und vom NEO Bar Restaurant einen wundervollen Clou mit dem ehemaligen Spielwarengeschäft. Zusammen mit Wolfram Glatz schufen sie wieder eine bunte Welt in einer kargen Räumlichkeit, die seit Jahren als tot galt.

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Eine Zeitreise sollte es sein. Dort, wo man sie eigentlich nicht erwarten würde. Geographisch gesehen irgendwo zwischen Eisenbahnschienen, Autobahnzufahrt und Betriebsbahnhof. Umgeben vom maroden Charme und tristem Beton betritt man durch einen Seiteneingang einen farbenprächtigen Ort, an dem selbst das kälteste Herz tief verborgene, kindliche Gefühle lodern fühlt. Leuchtende “Minecraft”-Würfel rahmen das Restaurant, das prächtige Bällebad lädt ein zum trocken tauchen, ferngesteuerte Autos dürfen durch die üppige Räumlichkeit gesteuert werden und die Drinks an der Rainbow-Bar streifen hochprozentig die Erlebniswelt von den Simpsons (Flaming Homer), Batman (Gotham Mule) und den Schlümpfen (Schlümpfe G & T).

Der Hauptakteur, das Menü, das vom Koch-Team um Dominik Markowitz und Sven Günther passend zur Location erdacht und umgesetzt wurde, führt den unbeschwerten Gedanken fort und überrascht nicht nur den Gaumen der Gäste, sondern ganzheitlich. Es ist nicht immer wie es scheint, Überraschungen lauern hier und da, und nicht selten werden mit den Speisen spielerische Rätsel transportiert. Was zum Beispiel aussieht, wie ein süßes Macaron, muss nicht unbedingt auch süß sein. Im Prinzip eine schöne Idee, aber leider haben die Macher sich in diesem Fall dazu entschieden, das vermeintlich süße Gebäck mit Gänse-Stopfleber zu abstrahieren. Für den Gag hätte es Meerrettich auch getan. (Tierleid in dieser Form sollte nicht mehr zeitgemäß sein.) Dennoch sind die unterschiedlichen Gänge schön und spannend inszeniert, schmeicheln und umgarnen, fordern und wirken nachhaltig. Man muss sich mit den Gängen auseinandersetzen – auch wenn die Welt von Pac Man, den Minions & Co. die Oberfläche wunderbar verschleiert und begleitet. Ein verspieltes Menü für alle Sinne. Insgesamt gleicht es einer melancholischen Ode an vergangene Zeiten einer ganzen Generation, deren haptischer Moment noch unmittelbarer und wenig digitalisiert schien.Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist bb0eead4-3c6b-418e-8ab0-080e7eedf8e9.jpg

Und obschon das mehrgängige Menü durch den Abend führt, zentrales Element der Veranstaltung und Ursprung der Pop-up Kitchen ist, ist es doch auch nur ein Teil des Gesamtkunstwerkes. Ein Werk, dessen Träger Emotionen, Hingabe, Leidenschaft und Selbstlosigkeit sind. Bei den Stories geht es immer und “nur” um die Sache! Das Erlebnis, das Hier und Jetzt, die Möglichkeit Erschaffenes unmittelbar zu erleben und Unbekanntes neu zu erfahren. Und für dieses Gesamtkunstwerk gilt es, sich von ganzem Herzen zu bedanken. Tausend Dank für diese Hingabe, das Engagement und diese wundervolle Bereicherung für Heidelberg! Jedes mal, wenn die Stories Pop-up Kitchen ihre Zelte an einem neuen Ort aufbauen….

 

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