Löffelmeter meets Petra Spamer-Riether

Wie hat's Dir geschmeckt?

Alles, was sich in Sachen Kulinarik in der Region so tut, hat der Löffelmeter auf dem Radar. Klar, meistens geht es bei uns um Essen – aber eben nur im weitesten Sinne und eben nicht immer. Denn hin und wieder treiben auch wir uns in Bars rum, freuen uns über tolle Cocktails, interessante Mix-Getränke und natürlich sensationelle Spirituosen. Von feinem Whisky bis hin zu edlen hausgebrannten Schnäpsen. Und weil das so ist, freuten wir uns sehr, erst kürzlich Besuch von einer lieben Freundin gehabt zu haben, die mit ihren eigenen, mehrfach prämierten Premium-Spirituosen derzeit den Markt erobert. Und das weltweit. Im Löffelmeter-Interview erzählt Petra Spamer-Riether die großartige Geschichte einer sagenumwobenen Pflanze, was das Besondere an ihren einzigartigen Kreationen ist, wie steinig der Weg zum Erfolg war und warum Getränke ein sehr spezielles Business sind.

Dem ein oder anderen, der bisweilen in eleganteren Bars verkehrt, Ahnung vom Mixen hat, oder in den Spirituosen-Regalen auch mal eine Blick in hochpreisigere Segmente wirft, dürfte Schrödingers Katzen Gin schon einmal untergekommen sein. Oder eben das leuchtend rote Pussanga, das rein optisch an Campari erinnert, aber so viel mehr ist.

Aber von vorne. Oder besser ganz von vorne, denn die Geschichte der etwas anderen Spirituose, die sich ihrer Einzigartigkeit wegen schon in mehreren Rezepten diverser Bar-Bücher wiederfindet, ist eine schöne Geschichte. Eine über eine lange Reise, Träume, die Liebe und irgendwie auch ein bisschen Erotik.

Foto: Heidelberg Spirits

Ende der Achtziger Jahre reiste die Naturstoff-Chemikerin Petra zu Recherchezwecken ins Amazonasgebiet Perus, um sich für ihre Doktorarbeit auf die Suche nach hormonaktiven Heilpflanzen zu begeben. In der Theorie mag sich das recht trocken anhören, in der Praxis war es wohl eher eine magische, wilde Reise, die ihr Leben prägen sollte. Wie kam das denn alles?

„Für meine Recherchen brauchte ich damals natürlich Unterstützung. Egal wie abenteuerlustig und unerschrocken man sein mag, sich ganz alleine in den Dschungel vorzuwagen, wäre schwierig bis unmöglich geworden. In Pedro fand ich einen Guide, der mich anfangs auf meiner fünf-monatigen Reise begleitet und unterstützt hat. Mit ihm besuchte ich mehrere Indianderstämme und Schamanen und habe unfassbare Dinge erlebt und entdeckt.“

Foto: Heidelberg Spirits

Als Pedro eines Tages beim Schwimmen von einer Schlange gebissen und von Schamanen in Windeseile wieder geheilt wurde, bekam Petra tiefe und unbezahlbare Einblicke in das, was Schamanen tun und wie sie es tun.

„Damals lernte ich auch die sagenumwobene Pussanga-Wurzel kennen. Die Schamanen brauten daraus einen anregenden Liebestrank.“

Lange Rede, kurzer Sinn – wir alle sind in der Lage uns vorzustellen, welche Eindrücke diese Reise in eine magische Welt mit einem inspirierenden Guide bei Petra hinterlassen haben mögen. Ihre Doktorarbeit hat sie nie geschrieben, denn manchmal (oder meist) kommt es anders als man denkt.

Petra studierte Journalismus, arbeitete als Wissenschaftsjournalistin, landete schlussendlich beim Fernsehen, war mit der SWR-Serie „Länder, Menschen. Abenteuer“ viele Jahre unterwegs, bekam Tochter Janina. Als diese ihr, dann schon fast erwachsen, vor gut zehn Jahren den Roman „Der Koch“ von Martin Suter schenkte, kam wieder alles anders. In dem damaligen Bestseller ging es um einen Koch, der aphrodisierende Gerichte zubereitete.

„Ich erinnerte mich während des Lesens an meine wundervolle Reise und an eben jene Wurzel. Ich habe dann, quasi in meiner eigene Küche, aus meiner reinen Erinnerung heraus versucht, den Schamanen-Trank selbst zu brauen. Eine halbe Ewigkeit habe ich mit Kardamom, Granatapfel, großen Mengen an Pussanga, Chili und Vanille probiert. Um ehrlich zu sein, zu Beginn schmeckte es schrecklich – wie Hustensaft.“

Wer das große Glück hatte, Pussanga schon getrunken zu haben, weiß ganz genau, dass das jetzt nicht mehr so ist. Der Premium-Likör, der mittlerweile in den schicksten Bars Europas zu finden ist, weltweit zahlreiche Preise abgeräumt hat, ist ein Hybrid. Einzigartig. Pussanga ist scharf, süß und bitter zugleich und schmeckt daher im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich. Und ja, die leuchtend rote Spirituose, bei der jede Flasche ein Unikat ist, wirkt irgendwie, naja, stimulierend.

„In Peru weiß man um die Wirkung dieser Wurzeln, auch wenn es dazu keine wissenschaftlichen Studien gibt. Damit zu werben geht also nicht“, lacht Petra.

Zusammen mit Tochter Janina, hat Petra mit ihrer zweiten Kreation, Schrödingers Katzen Gin, einen weiteren Coup gelandet. Und auch dieser London Dry Gin, im Pot-Still-Verfahren destilliert, unterscheidet sich von der enormen Konkurrenz auf dem Markt. Denn neben den üblichen Zutaten wie Wacholder, Koriander und Kardamom, hat der Katzen-Gin ein intensive Note aus Zitronenthymian, Basilikum und handgepflückten Heidelbeeren. In die Flasche mit dem wunderschönen Label kommen nur 14 Botanicals aus biologischem Anbau – sonst nichts. Der besondere Unterschied: dieser Gin enthält Katzenminze, eine Pflanze, die nicht nur Katzen euphorisch macht.

Bis heute, fast zehn Jahre nach der Markteinführung von Pussanga, ist Petra mit unfassbar viel Herzblut dabei, wenn es um ihre Spirituosen geht, die exklusiv in einer Manufaktur destilliert und abgefüllt werden. Es sind eben nicht nur „Drinks“, sondern eine Liebesgeschichte in Flaschen – und das schmeckt man tatsächlich. Aber der kleine Familienbetrieb kostet auch viel Kraft.

„Wenn ich jetzt nochmal die Wahl hätte, diesen Weg zu gehen, weiß ich nicht, ob ich ihn ein weiteres Mal einschlagen würde. Der Markt ist hart umkämpft, die Konkurrenz groß und gerade im asiatischen Raum sind die Vertriebskanäle kompliziert. Allein der Farbe und der bitteren Note wegen, wird Pussanga gerne mit Campari verglichen. Im Grunde aber sind die beiden nicht vergleichbar. Wenn man es aber doch vergleichen möchte, darf man nicht vergessen, dass Campari fast hundert Jahre gebraucht hat, sich als die Marke zu etablieren, die es heute ist. Die Zeit habe ich wohl nicht mehr. Und auch Janina, die in Marketingfragen wirklich Unfassbares geleistet hat, hat beruflich eher andere Pläne. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Ich bin offen für viele Möglichkeiten.“

Noch aber, wenn auch gerade durch die pandemische Lage nicht möglich, ist Petra voller Begeisterung in den Gastronomien dieser Welt unterwegs, um mit ihren Premium-Spirituosen viele Menschen zu erreichen.

Und fernab von der schillernden Bar-Welt, welche ist die regionale Lieblings-Gastronomie der Dossenheimerin?

„Ganz ehrlich, der urige Gasthof „Zum Jöste Andres“ in Weinheim ist immer ein Highlight für mich. Wer’s gern bodenständig hat, ist hier goldrichtig. Schnitzel, Kochkäs‘ und Co. in ganz freundlicher, familiärer Atmosphäre. Freitags setzen die Betreiber dem Ganzen nochmal die Krone auf – mit Live-Musik vom Chef persönlich. Da wird dann gemeinsam gesungen, geschunkelt und gelacht. Ich freue mich immer auf einen Besuch, wenn meine Zeit es zulässt!“

Danke, Petra, für diesen Tipp, der sogar dem Löffelmeter neu war! Das ändern wir natürlich, wenn die Zeiten sich wieder ändern. Und das werden sie.

Wem noch ein tolles Geschenk fehlt: Pussanga gibt es online unter https://www.heidelbergspirits.com/ oder in gut sortierten Spirituosen-Abteilungen. (u.a. Weinhaus Fehser, ReWe, Scheck-Inn)

Website: www.pussanga.com
Online-Shop: https://www.heidelbergspirits.com/product/pussanga/
Facebook: https://www.facebook.com/pussanga/
Instagram: https://www.instagram.com/pussanga/

 

0
Bewertete Restaurants

Restaurant suchen