Bistronauten

Am Valentinstag hat es der Löffelmeter dann doch endlich geschafft, den allseits bekannten und offenbar sehr beliebten Bistronauten einen längst überfälligen Besuch abzustatten. Wer selbiges vorhat, muss in der Tat ein wenig längerfristiger planen. Gerade an den Wochenenden ist das wunderschöne Lokal am alten OEG Bahnhof ein wahrer Hot Spot, und es kann vorkommen, das über Wochen kein freies Plätzchen zu ergattern ist, es sei denn man reserviert im Voraus. Schon von außen ist zu erahnen, was sich im Inneren verbirgt – der stylishe, warme Gastraum, der um einiges größer ist, als wir es dem Namen nach erwarten hatten, ist einladend und trotz der zentralen, komplett offenen Küche, äußerst gemütlich. Kurz: schon beim Eintreten fühlt man sich sofort wohl und ist irgendwie neugierig. Und das zu recht, denn das Konzept, das die Macher seit knapp vier Jahren in Weinheim und zuvor schon in Leutershausen verfolgt hatten, ist in der Region einmalig. Als einer der ersten Gastronomen überhaupt schrieb man sich hier Regionalität und fast ausnahmslos saisonale Zutaten auf die Fahnen. Was es hier gibt, wächst „jetzt“ und kommt von kleinen Betrieben aus der Region. Dieses Konzept wird konsequent umgesetzt, ohne zu dogmatisieren, das Produkt ist der Hauptakteur, das Essen der Star.

So simpel das klingen mag, so raffiniert ist die Umsetzung: eine Karte im klassischen Sinne gibt es hier nicht. Auf einer Tafel findet der ab der ersten Minute von charmantem Service-Personal umsorgte Gast drei Hauptgänge (Fisch/Fleisch/Vegetarisch), eine Suppe, und zum Abschluss entweder ein Dessert oder eine recht üppige Rohmilch-Käsewausahl. Man hat die Wahl einzeln zu bestellen, oder sich aber für das komplette Menü zu entscheiden. Letzteres ist, gerade bei dem nahezu unschlagbar fairen Preis zu empfehlen. In der kompletten Menü-Variante erwartet einen als Erstes ein reichhaltiger Gruß aus der Küche. In unserem Fall eine interessante Komposition aus mit Sicherheit selbst eingelegtem saurem Gemüse, tollem Brot, gesalzener Butter, luftgetrocknetem Schinken und Hummus, gefolgt von einer feinen Möhrensuppe mit Koriander. Als Zwischengang wird ein schlichter, aber unschlagbar guter Salat gereicht. Knackig, frisch, mit überzeugendem Dressing mit pürierten weißen Zwiebeln. Die unterschiedlichen Gänge werden zügig, aber in keinster Weise übereilt oder gar gehetzt serviert. Unsere Hauptgerichte, einmal Fisch auf Erbsen-Püree mit Kartoffelwürfeln und gehobeltem Speck, einmal die vegetarische Ur-Karotte mit Grünkohl und Safran-Schaum waren fachlich auf den Punkt zubereitet. Ein winziger Haken an der überschaubaren Karte ist einzig die Tatsache, dass man zwar eine Wahl hat, die jedoch mit drei Gerichten recht überschaubar ist. Wer auf Tierisches verzichten möchte, dem bleibt eine Variante. Wenn einem diese aus irgendeinem Grund nicht schmecken sollte, wird es eng. In wie weit die Köche dann flexibel sind, oder gar auf Änderungen oder Sonderwünsche reagieren, wissen wir nicht und ist bei dem eher stringenten Konzept fraglich, beziehungsweise schlicht nicht umsetzbar. Auf dieses Abenteuer muss man sich dann wohl einlassen. Fakt ist, dass das, was auf dem Teller landet, fein abgestimmt und sensationell zubereitet ist. Gleiches gilt für das Dessert und den Käse. Inklusive einem weiteren, kleinen Zwischengang darf der Gast sich bei einem wahrlich fast unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis mit um die vierzig Euro insgesamt über sechs unterschiedliche Gänge freuen.

On top kommt der wirklich tolle, sehr unkomplizierte, höfliche Service. Ganz offensichtlich leisten die Betreiber hier einen wichtigen Beitrag zur Integration. Am Abend auch direkt am Gast, zwei junge Herren, die offenbar aus Eritrea oder Somalia nach Weinheim kamen und sehr höflich unterschiedliche Käsesorten erklären. Ganz toll! Im Großen und Ganzen ein prima Konzept, schönes Ambiente, eine gute Idee, ein klares, faires Angebot und ein echtes Erlebnis. Wir kommen wieder. Bald. Spätestens, wenn das neue Menü auf der Tafel steht. Leider steht es auch nur da – weder auf der Website noch verlässlich in sozialen Medien. Da bleibt nur anrufen und fragen. Auch irgendwie schön.

Auszug aus der Karte: Abendmenü Veggie (4 Gänge) 39,50 €, Abendmenü Fisch (4 Gänge) 44,50 €, Abendmenü Fleisch (4 Gänge) 44,50 €, Weissweine (u.a. Bürklin-Wolff, Mehling, Seeger, Zeter) Flasche ab 21,00 €, Rotwein (Knipser, Frank John, Kuhn, Krebs) Flasche ab 26,00 €

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