Choa

Für gebürtige Heidelberger und solche, die schon Jahrzehnte in dieser wunderbaren Stadt leben, ist der Bergbahn-Komplex ohne die griechische Taverne direkt neben dem Parkscheinautomaten kaum vorstellbar. Nicht, dass man jetzt besonders oft dort fürstliche gespeist hätte, aber mit dem Wissen, dass der alteingesessene Kult-Grieche jetzt nicht mehr da ist, kann den ein oder anderen schon eine leichte Melancholie anfliegen. Seit Dezember 2019 empfängt jetzt das „Choa“ Gäste aus aller Welt mit wildem Asia-Mix, und, man mag es kaum glauben, auch ur-deutschen Komponenten. Auf der Karte finden sich hier neben vietnamesischen Spezialitäten, japanischem Sushi, etlichen asiatischen Vorspeisen und Hauptgängen auch Bratwurst, Haxe, Schnitzel und Co.

Da es sich bei den deutschen Klassikern wohl nicht um eine merkwürdige Auflage des Verpächters handelt, bleibt nur der logische Schluss, dass so auch Gäste aus Fernost abgeholt werden sollen, die im Urlaub landestypische Kost vorziehen. Natürlich haben wir nicht die Haxe bestellt, würden aber an dieser Stelle ganz dreist behaupten, dass sich für die gutbürgerliche Nummer andere Adressen in der Stadt eher anböten. Ob das Schnitzel jetzt ein echtes Brett gewesen wäre, wissen wir nicht. Unsere Wahl war es leider nicht. Die Avocado-Maki als Vorspeise sahen auf den ersten Blick zwar hübsch aus, auf den zweiten jedoch waren die Nori-Blätter so trocken, dass sie beim Essen fast auseinander gebröselt wären, und auch der als Deko gedachte Avocado-Schnitz war leider irgendwie braun. Ob diese Maki-Rolls tatsächlich direkt bei Bestellung frisch gerollt wurden, oder ob die Zutaten einfach schon länger im Mis en Place ausharren mussten, sei dahingestellt.

Unsere Hauptgänge, zum einen bestehend aus einem Mix-Teller mit frittiertem Crunchy Salmon flankiert von Lachs- und Thunfisch-Maki und Gemüse mit Teriyaki-Sauce und Reis zum andern, waren beide auch nicht so, dass wir dafür wiederkommen würden. Vielmehr wunderten wir uns über die Mayonnaise über den Crunchy Rolls und die nahezu unerträglich überwürzte und süße Teriyaki-Sauce.

Letztere war leider so süß und reduziert, dass sämtliche andere Geschmäcker übertönt wurden und wir uns, was äußerst selten vorkommt, dazu entschieden haben, das Gericht zurückgehen zu lassen, weil ungenießbar. So etwas ist immer unangenehm, aber der Service hat darauf in der Tat vorbildlich reagiert. Man entschuldigte sich, ersetzte den kompletten Gang durch eine Variante mit hausgemachter Zwiebelsauce und reduzierte sogar am Ende die komplette Rechnung um zehn Prozent. Besser hätte man nicht reagieren können. Der Sushi-Mixteller war üppig, in Deko-Fragen völlig überladen und wurde, wie jetzt in einigen Sushi-Restaurants üblich, mit fröhlich waberndem Trockeneis kredenzt.

Macht sich eben toll als Insta-Story, weil was auf dem Teller passiert. Aber eine Frage bleibt: muss das? Einen Sinn macht es nämlich nicht. Unserer Auffassung nach, die möglicherweise hinterweltlich oder auch überholt sein mag, lebt gerade Sushi durch Minimalismus, Frische und simple Schlichtheit. Um der Frische-Frage nachzugehen, haben wir eine Maki-Roll mit Lachs akribisch zerpflückt und waren doch erstaunt, dass sich der Lachs in der Mitte in drei kleine Streifen teilen ließ und irgendwie doch sehr geräuchert schmeckte. Wenn man es nicht besser wüsste, was wir nicht tun, hätte man annehmen können, dass es sich schlicht um geschichteten Räucherlachs aus der Supermarkt-Kühltheke handelte.

Im Vorfeld hatten wir Gutes über den neuen, recht stillvoll eingerichteten Asia-Großraum-Tempel gehört, um so überraschter waren wir, dass sich dies mit unserer Erfahrung so gar nicht deckt. Für eine breite Masse, die beim Essen gerne aktuellen Radio-Charts lauscht, Action auf dem Teller liebt und eh nichts mehr isst, ohne es davor zu fotografieren, mag das Choa wunderbar funktionieren. Für uns eher nicht. In den meisten Fällen ist weniger irgendwie doch immer mehr.

Auszug aus der Karte: Miso Suppe mit Tofu 5,20 €, Edamame 5,20 €, 2 Sommerrollen ab 5,20 €, 10 Frühlingsrollen 6,90 €, Lachs Tatar 7,40 €, Mango Salat ab 10,20 €, Teriyaki-Gerichte ab 12,90 €, Currys ab 12,90 €, gebratene, japanische Udonnudel-Gerichte ab 11,90 €, japanische, gebratene Weizennudel-Gerichte ab 11,90 €, 2 Nigiri ab 5,20 €, 8 Maki ab 4,50 €, 8 Inside-Out-Rolls ab 8,00 €, 8 Sashimi ab 16,90 €, 8 Tempora Rolls ab 12,50 €, Combo Menü für 2 Personen 38,50 €, Combo Menü für 6 bis 7 Personen 140,00 €, 2 Bratwürste mit Sauerkraut und Brot 14,90 €, Haxe mit Sauerkraut, Salat und Brot 16,90 €

Informationen

Ort

Küche

Weiteres

Sushi

Jetzt bewerten

Karte

Top 10

Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
Die Bewertung des Restaurants anhand von Nutzerstimmen. Du kannst dieses Restaurant selbst auf der jeweiligen Seite bewerten.
0
Bewertete Restaurants

Restaurant suchen