Ristorante Pizzeria Sardegna

Das Sardegna gehört zu Kirchheim wie der Messplatz – denn tatsächlich zählt das alteingesessene Lokal seit Jahrzehnten zu den Top-Adressen für die Kirchheimer*innen, wenn es um italienische Küche geht. Und das spürt man sofort, wenn man den Gastraum an der Schwetzinger-Straße betritt – italienischer Trattoria-Charme, ein Geräuschpegel, wie man ihn beim Abendessen bei einer sizilianischen Großfamilie erwarten würde und viele Gäste, denen man ansieht, dass sie nicht zum ersten Mal hier einkehren. Kurzum: einladend, nicht zu schick, kein Schnick, kein Schnack aber einfach herrlich ab der ersten Minute!

Das neue Sardegna! Klassisch, zeitlos

Der Grund unseres Besuches war, dass der vorherige, sardische Betreiber sein geliebtes Lokal im Oktober nach fast 15 Jahren an einen sizilianischen Nachfolger übergeben hat. Ein Betreiberwechsel kann gerade bei vielen Stammgästen ein schwieriges Unterfangen sein, weil man ja doch mag, an was man sich gewöhnt hat. Die neuen Betreiber, ein ganz entzückendes Paar aus Sizilien, haben diesen Schritt ganz offensichtlich mit Bravour gemeistert. Elisa Balistreri und ihr Mann Carmelo Scrofani aus Agrigent im Südwesten Siziliens haben hinsichtlich des Interieurs nur genauso viel geändert, dass alteingesessene Gäste ihr ehemaliges Lieblingslokal noch erkennen und kaum bemerken, dass auf einmal ein merklich frischer Wind in alten Hallen weht.

Das Pizzabrot mit Knoblauch ist einfach ein Traum
Ein Traum: Insalata Caprese

Als wir uns bei unserem ersten (aber mit Sicherheit nicht letzten Besuch) im Sardegna eingefunden haben, durften wir uns direkt an unseren bezaubernden Tischnachbarinnen erfreuen, denen man sofort angesehen hat, dass sie in dieser Konstellation wohl schon seit Jahrzehnten samstags hier einkehren. Fünf Damen gehobeneren Alters, die sich wie kleine Kinder mit strahlenden Augen an ihrem Dessert erfreut haben, dass die neue Hausherrin und gute Seele Elisa ihnen mit nettem Plausch kredenzte. Generell fiel uns auf, dass viele Tische im gut besuchten Lokal ganz offensichtlich von Menschen besetzt waren, die häufiger hier zu Gast sind.

Das neue Sardegna. Wie es leibt und lebt

Irgendwie war alles in allem sehr familiär – ein Plausch am Tisch, spielende Kinder, angeregte Unterhaltungen und einfach eine feine Stimmung. Wir waren, zugegebenermaßen, noch nicht oft in einer sizilianischen Trattoria zu Gast, können uns aber vorstellen, dass sich ein Restaurantbesuch auf der südlichsten Insel Italiens genauso anfühlt. Herrlich! Und überraschend.

Selten so ein wunderbares Rinder-Carpaccio gegessen. Ganz hervorragend

Von der wirklich entspannten, authentischen Atmosphäre einmal komplett abgesehen, waren wir auch schwer begeistert von dem, was der junge Küchenchef uns an diesem Abend kredenzt hat. Das frischgebackene Betreiber-Paar hat sich mit Calogero Sorce einen Jung-Koch ins Boot geholt, der wahrscheinlich für seine Kirchheimer Gäste genauso kocht, wie er es auch für seine kritische Nonna gekocht hätte. Vermeintlich einfachste Dinge wie Caprese oder Pizzabrot hebt der junge Küchenchef gerade durch ihre Einfachheit auf ein neues Level.

Ein toller, vegetarischer Klassiker auf der Penne-Karte: Penne mit Blattspinat und Gorgonzolacreme

Als deutscher Gast mag man sich daran gewöhnt haben, dass Tomate-Mozzarella gerne mal mit Crema di Balsamico en masse, Stangenmozzarella und einem Zuviel an Gewürzen auf dem Teller landet. Hier nicht – frische Tomaten, frischer Basilikum, eigens vom Onkel angeliefertes Olivenöl, Salz und basta. Wer mag, kann sich selbst noch an hochwertigem Aceto Balsamico bedienen. Gleiches gilt für das wohl beste Pizzabrot, dass wir überhaupt jemals gegessen haben – Tomatensauce, Knoblauch, Olivenöl und ein Teig, der viel, viel Ruhe hatte. Die einfachsten Dinge sind oft die am schwierigsten zuzubereitenden. Im neuen Sardegna passt das alles.

Immer wieder haut die Küche wundervolle Besonderheiten raus wie die Lasagne mit Kalb und Pfifferlingen

Wichtig: auf keinen Fall vergessen, nach den Spezialitäten des Tages zu fragen, die eben nicht in der Karte stehen – wie hausgemachte Ravioli, Ossobuco, oder Kalbsleber Veneziana.

Fazit: Lebensfrohe Gastfreundschaft, authentische, italienische Küche und ganz viel Herz!

Auszug aus der Karte: Vorspeisen zwischen 6,50 € (Bruschetta Classica) u. 24,50 € (Vorspeisenteller für 2 Personen), Salate zwischen 4,50 € (kleiner Salat) u. 14,50 € (Salat mit Parmaschinken, Büffelmozzarella u. Oliven), Pasta zwischen 9,50 € u. 15,50 €, Fisch ab 21,00 €, Pizza (30 cm) zwischen 9,00 € (Mozzarella, Provolone, Oregano) u. 15,50 € (Mozzarella, Parmesan, Rucola, Rndercarpaccio), Fleischgerichte zwischen 12,90 € (Scaloppina Griglia) u. 18,50 € (Saltimbocca), Nachtisch 6,50 €

Schwetzinger Straße 82, 69124 Heidelberg, 06221-781395

Öffnungszeiten: So. – Fr. 11:30 Uhr bis 14:30 Uhr + 17:30 Uhr bis 22:30 Uhr. Sa. 17:00 Uhr bis 22:30 Uhr. Dienstag: Ruhetag

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